Nachbarschaftsmediation

Wenn man Ihnen auf dem Kopf rumtrampelt...

Frau Seemann und Herr Fischer sind seit Jahren Mieter in einem Mehrfamilienhaus. Ihre Nachbarn, das Ehepaar Spielhagen, lebt gemeinsam mit ihren Söhnen in der Oberwohnung. Diese sind ausgesprochene Fußballfans und nutzen jede Gelegenheit – und es gibt aus Sicht von Frau Seemann und Herrn Fischer erstaunlich viele davon – Fußballspiele vor dem Fernseher zu verfolgen. Hierbei wird auch offenbar ordentlich dem Alkohol zugesprochen, so dass die Torschreie bzw. das Aufstampfen der Schuhe im Laufe eines Spiels immer lebhafter und lauter werden. War die Haltung von Frau Seemann und Herrn Fischer Fußball gegenüber bisher positiv, so ändert sich diese zusehends. Wenn jemand aus der Familie Spielhagen begeistert im Treppenhaus von dem „geilen“ Spiel von gestern Abend berichtet, versuchen sie so schnell wie möglich aus der Gesprächssituation herauszukommen. Mehrmals dämpfen sie auch die Begeisterung ihrer Nachbarn, indem sie in das Gespräch einfließen lassen, dass sie am Vorabend wegen der Lautstärke nicht einschlafen konnten. Frau
Seemann wendet sich sogar einige Male direkt an Frau Spielhagen und bittet sie, die Fußballfernsehabende doch auch einmal außer Haus zu verbringen. Dieser Wunsch wird von Frau Spielhagen überhört, so dass sich an der Situation nichts ändert. Frau Seemann und Herr Fischer fühlen sich zunehmend gestört von den manchmal mehrmals in der Woche stattfindenden Fernsehabenden. Das Ehepaar Spielhagen hingegen wundert sich, dass ihre Nachbarn, zunehmend einsilbig und unfreundlich ihnen gegenüber auftreten. Auf dem Sommerfest, das die Nachbarschaft einmal im Jahr organisiert, kommt es sogar zu späterer Stunde aus nichtigem Anlass zu einem heftigen Streit zwischen Herrn Fischer und Herrn Spielhagen, der trotz der Vermittlungsversuche anderer Hausbewohner in wüsten Beschimpfungen endet. Von diesem Tag an ist zwischen Frau Seemann/Herrn Fischer und der Familie Spielhagen nichts mehr wie früher. Im Treppenhaus grüßt man sich nicht mehr, sondern geht mit verkniffenen Mundwinkeln aneinander vorbei. Unter dem schlechten Verhältnis zwischen den beiden Parteien leidet sogar das Klima im Haus.

... kann Mediation helfen
Konflikte dieser oder ähnlicher Art kommen in Mietverhältnissen immer wieder vor. Wenn die Beteiligten es schaffen, miteinander zu reden, können sie auch eine Lösung finden: Familie Spielhagen könnte die Fernsehabende auch bei Freunden oder in der Kneipe verbringen, man könnte sich auf bestimmte Spieltermine einigen, etc. In der Regel reden die Beteiligten aber nicht miteinander und erfahren gar nicht, warum sich die Nachbarn ihnen gegenüber so feindselig verhalten. Eine Plattform zu schaffen, damit Konfliktbeteiligte in solchen Situationen wieder miteinander ins Gespräch kommen und den Streit klären können, das ermöglicht Mediation.

Quelle: http://www.mhmhamburg.de/i_upload/nachbarn_09.07_netz.pdf


Schulmediation

Schulmediation ist eine pädagogische Methode zur Konfliktregelung und zur Gewaltprävention zwischen Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Eltern. Ziel der Schulmediation ist es, den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu geben, ihre Konflikte eigenverantwortlich zu regeln. Am Ende dieses Prozesses stehen sozialkompetente und verantwortungsbewusste Menschen sowie die Entlastung von Lehrkräften und Eltern. Am verbreitetsten ist das Modell der Peer-Mediation, die Mediation durch Schülerinnen und Schüler, die an einem Training zum „Streitschlichter“ oder „Konfliktlotsen“ teilgenommen haben und die die Konfliktparteien bei der Regelung und Lösung ihrer Auseinandersetzungen tatkräftig unterstützen.

Ziel der Schulmediation ist es:


das soziale Klima an der Schule zu verbessern,
Teil der Gewaltprävention an Schulen zu sein,
die Lehrkräfte von Alltagskonflikten der Schüler zu entlasten,
Schülern durch Ausbildung zu Konfliktlotsen soziale Kompetenzen zu vermitteln,
Toleranz und Konfliktfähigkeit zu fördern.

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